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Die ehemalige Metallwarenfabrik Morton, in der ab 1888 Orden und Medaillen für die k. u. k. Monarchie hergestellt wurden, ist seit Mai 2010 unter der Obhut des Kollektivs mo.ë.

Die Geschichte des Hauses – nach der Arisierung des jüdischen Familienbetriebs wurden in der Kriegszeit Embleme der Nationalsozialisten hergestellt – nahm nach der Restitution einen Umweg über die Produktion von (u. a.) Gürtelschnallen für Bundesheer, Sanitäter und Feuerwehr – bevor das Areal für fünf  Jahre leer stehen sollte.

Die verwinkelte, 1000m² umfassende Fläche glich zunächst einer heruntergekommenen, verlassenen Bruchbude, als die Räumlichkeiten im Winter 2009/2010 von Gründungsmitgliedern des heute 20 Personen umfassenden Vereins picapica wieder entdeckt wurden.

Die Thelemangasse, zwischen Yppenplatz und Lerchenfelder Gürtel gelegen, ist auch Schauplatz des Romans “Die Ewigkeitsgasse” von Frederic Morton, dessen Urgroßvater Bernhard Mandelbaum das Fabriksgebäude und zwei der angrenzenden Gebäude bis zur Vertreibung durch die Nationalsozialisten besessen hatte.

mo.ë beherbergt heute sechs Ateliers, verschiedene Werkstätten, eine Bibliothek und demnächst einen Proberaum, eine Druckwerkstätte und ein Café.

In den letzten 12 Monaten wurden eine Vielzahl von Ausstellungen, (Puppen-) Theaterproduktionen, Konzerten, Preisvergaben, Workshops, Filmdrehs, Lesungen, Vorträgen, Buchpräsentationen und etwa eine Robotikmesse verwirklicht. Die Kollaborationen mit Menschen, die den Raum neu für sich entdecken, ausloten und interpretieren stellte sich hier als äußerst fruchtbarer Boden für das schlussendlich Präsentierte heraus. In diesem Sinne arbeitet mo.ë mit seinen Partnern auch intensiv an neuen Herangehensweisen, den sich rasant verändernden Makro- und Mikrokosmos Welt/Österreich/Wien/Hernals zu verinnerlichen und hinterfragen.

Transdisziplinär denken und agieren die mo.ës auch durch das Schaffen von neuen oder wieder aufgegriffenen Betrachtungsweisen von Kunst und Kultur. Ohne Berührungsangst – einerseits mit autodidaktischem Mut, andererseits mit der Professionalität einer inhomogenen Kerngruppe – Ideen von außen wie innen zu verwirklichen, ist eines der Hauptziele von mo.ë.

Mit wachem Auge auf gesellschafts- und weltpolitische, ökologische, philosophische, pädagogische und somit die Kultur im Allgemeinen betreffende Tendenzen und Problemstellungen zu reagieren bilden den Grundstock für mo.ë.

So kann mo.ë viele Bedeutungen haben, die einem frei stehen weiterzuentwickeln –

m.y o.wn ë.xile
m.anchmal o.hne ë.insicht
m.ädels o.rganisiert ë.uch
m.ein o.nkel ë.lvis
m.ore o.f ë.verything
m.inute o.r ë.ternity

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